FLORIAN BUCHHOLZ |sCHAUSPIELER

photos by Gregory Waldis & Nico Herzog

VITA

Im Herzen war mir schon früh klar, dass ich Geschichten erzählen und unterhalten will, dabei hatte ich immer ein Faible sowohl für die Helden als auch für die düsteren Charaktere. Schon im Kindergarten wechselte ich im Rollenspiel zwischen Simba, dem zukünftigen König des geweihten Landes, und seinem verschwörerischen Onkel Scar.

 

Die Faszination für die helle und die dunkle Seite der Psyche begleitet mich bis heute. Schauspiel hilft mir, Perspektiven zu verstehen und meine eigene Finsternis und mein Licht zu erforschen. Menschen sind nie böse, sondern verletzt und traumatisiert. Dennoch neigen wir dazu Tieren und Kindern schneller zu vergeben und Erwachsenen nicht. Dagegen möchte ich antreten. Diese Welt ist viel komplexer.

 

Optisch bin ich wohl eher die nette Kartoffel von nebenan, aber im Inneren wohnt eine Art Mischung aus JarJar Binks, Hannibal Lector, Jesus  und Klaus Kinsky. Also eben Hell und Dunkel in Einem.

 

In der Schulzeit schuf ich mit Freunden immer wieder Kurzfilme, besonders sei hier der schrullige Inspector Edgar B. erwähnt, und stand auch dort in diversen Theatergruppen auf der Bühne. Nach der Schulzeit verschlug es mich ein Jahr lang nach Neuseeland, wo ich in einem Selbtfindungstrip den Hare Krishnas beitrat, aber sie nach einem halben Jahr wieder verließ. Auch dort war der Sinn des Lebens nicht zu finden. Überraschung!

Darauf folgte eine Zeit der „Vernunft“. Ich studierte Germanistik und Biologie und wäre Lehrer geworden, wenn ich nicht immer Träumer bliebe. Denn relativ schnell ereilte mich wieder der Ruf der Bretter und der Linse, die die Welt bedeuten, und ich brach das Studium ab. Nach gescheiterten Vorsprechen an den staatlichen Schulen, wachte meine Lippische Sturheit wieder auf und ich entschied mich für den Quereinstieg, statt eine weitere Bewerbungsrunde durchzumachen und mir sagen zu lassen, dass ich irgendetwas nicht tun könne oder dürfe. Die sowieso schon herausfordernde Branche war mir wohl einfach zu leicht mit Ausbildung.

 

Bis heute bin ich ohne Abschluss außer meinem Abitur. Konservativ gesehen also ein waschechter Loser. Doch für meine Bildung sorge ich selbst. Mein Handwerk habe ich mir mit Lehrern im Einzelunterricht, in Workshops oder teils autodidaktisch angeeignet und tue das nach wie vor. Fallen und Aufstehen sind mein tägliches Brot und es schmeckt mir vorzüglich.

 

Und jetzt? Jetzt kann ich meine Miete und mein Essen vom Schauspiel bezahlen. Nicht immer, das gebe ich zu, aber daran arbeiten wir.

 

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, erfolgreich und glücklich. Schön, dass Sie da sind.

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